Mythos Langer Marsch – Teil 1

2023/2024 ist Volker Häring (welt.bike-Geschäftsführer) zusammen mit Christian Y. Schmidt 7000 Kilometer auf den Spuren des Langen Marsches, dem Gründungsmythos der Volksrepublik China geradelt. Ein episches Unterfangen, beschrieben in dem im Oktober 2025 erschienenen Buch „Der Lange Fahrrad-Marsch“. Nach zwei Monaten war das Buch bereits in der 2. Auflage, und es häuften sich die vorsichtigen Anfragen, ob Volker nicht eine geführte E-Bike-Reise auf den Spuren des Langen Fahrrad-Marsches anbieten könnte. Na klar, dachte sich Volker. Die zweimonatige Tour führt auf den Spuren Mao Zedongs von Ruijin in der Provinz Jiangxi nach Zunyi in der Vielvölkerprovinz Guizhou und damit der exakten Route, die im ersten Teil der Reiseerzählung beschrieben wird. Der zweite Teil folgt dann im Frühjahr 2029. 

Damit uns Zeit und Muße bleibt, Land und Leute kennenzulernen, fahren wir die Tour mit E-Bikes.

Auf einen Blick

  • Kondition • 2/3
  • Anzahl Tage • 59
  • Aktive Tage • 39
  • Gesamtdistanz • 2.680 km
  • Teilnehmerzahl: mind. 4 / max. 16

Termin

Termin Tourcode Reisepreis [€] Reiseleitung
02/04/2028 – 30/05/2028 Changzheng 281 7.980 EZZ: 1.680 Volker Häring

1. Tag: Willkommen in China!

Individuelle Anreise nach Ruijin und Transfer ins Hotel. Nach einer Verschnaufpause machen wir einen ersten Bummel durch die Stadt.

2.  – 3. Tag: Auf historischen Spuren

Wir nehmen unsere Räder entgegen und machen eine Probetour durch die Stadt. Die historischen Spuren des Jiangxi-Sowjets, in dem die chinesischen Kommunisten Anfang der 1930er Jahre ihr Rückzugsgebiet hatten, entdecken wir hierbei ebenso wie eine erstaunlich vielfältige, moderne chinesische Stadt.

4. Tag: Der Lange Marsch beginnt

Am Wolkensteinberg, 16 Kilometer westlich von Ruijin begann der historische Lange Marsch. Nach einer kurzweiligen Stadtausfahrt besichtigen wir die imposante Gedenkstätte und radeln dann entspannt auf Nebenstraßen nach Yudu.

  • Strecke: ca. 81 km

Die Tour auf Komoot

5. Tag: Ein Tag in Yudu

Wir radeln zum Yudu-Fluss, entdecken die Stelle, an dem die Rote Armee den Fluss mit Bambus-Pontons überquert hat und besichtigen die erstaunlich bescheidenen Residenz Mao Zedongs.

6. Tag: Der erste Pass auf dem Langen Marsch

Unsere heutige Tagesetappe folgt auf Nebenstraßen der Route des Langen Marsches und überquert den von vielen Bergpässen der Route. Am frühen Abend erreichen wir die Kreisstadt Xinfeng.

  • Strecke: ca. 101 km

Die Tour auf Komoot

7. Tag: Geruhsamer Tag in Xinfeng

Heute lassen wir es ruhig angehen und erkunden die charmant-entspannte Kleinstadt Xinfeng.

8.  – 11. Tag: Die Drei-Provinzen-Route

Die nächsten Tage sind wir im „Drei-Provinzen-Eck“ unterwegs, unsere Route führt uns durch Jiangxi, Hunan und Guangdong. Kurz vor Nanxiong lassen wir unsere Räder für einen Moment stehen und erklimmen zu Fuß den Meiguan, den historischen Pass nach Guangdong. In Renhua erreichen wir ein landschaftlich spektakuläres Kastgebiet, das an die Zuckerhüte rund um Guilin erinnert. Von hier ist es nur noch eine Tagesetappe nach Chengkou, einem Ort mit Heißen Quellen, an dem die Rote Armee Badefreuden für sich entdeckte.

12. – 14. Tag: Spurensuche

Auf dem Weg nach Wenming durchbrach die Rote Armee den letzten Blokadering der Guomindang-Truppen und gönnte sich erst einmal ein paar Ruhetage in Wenming. Hier gehen auch wir auf Spurensuche und besichtigen das Dorf, in dem die KP-Führer ihr Quartier aufgeschlagen hatten. Unseren wohlverdienten Ruhetag machen wir allerdings erst eine Etappe später, in Yizhang. Die Stadt bietet dafür beste Voraussetzungen: Es gibt keine explizite Sehenswürdigkeit, die unbedingt besichtigt werden muss, die Atmosphäre ist angenehm entspannt und die Straßen und Gassen laden zum Flanieren ein.

15.  – 19. Tag: Durch traumhafte Mittelgebirgslandschaften

Hinter Wenming hatte die Rote Armee erst einmal freie Bahn auf dem Weg nach Westen. Die Gedenkstättendichte lässt folglich deutlich nach. Wir lassen für die nächsten Tage Geschichte Geschichte sein und genießen die schöne Landschaft, fahren an historischen Kanälen entlang, bestaunen bizarre Felsformationen und radeln durch Reisfelder.  In Quanzhou erreichen wir den Xiang-Fluss, der der Roten Armee fast zum Verhängnis wurde. Einen Ruhetag in Quanzhou gönnen wir uns, ehe es wieder kräftig zur Sache geht.

20. – 21. Tag: Geschichte und Geschichten

In der Kleinstadt Jieshou erlitt die Rote Armee bei der Überquerung des Xiang-Flusses ihre erste empfindliche Niederlage. Die historischen Quellen sind sich nicht einig, Tatsache ist, dass die Rote Armee signifikante Verluste zu verzeichnen hatte und spätestens ab diesem Punkt militärisch in der Defensive war. Wir gedenken der Opfer an der angenehm unspektakulären Gedenkstelle am Fluss und radeln dann weiter nach Xing’an. Heute eine beschauliche Kleinstadt, war Xing’an vor mehr als 2000 Jahren Nabel der südchinesischen Welt: Hier verband der Lin-Kanal die Wassersysteme von Perlfluss und Yangzi und damit Süd- mit Nordchina. Grund genug für uns, einen ganzen Tag in Xing’an zu verbringen und einen Spaziergang an den Ufern des historischen Kanals zu machen.


 

22. -26. Tag: Durch das Land der Zhuang und Miao

Für die Rote Armee war es nach der Niederlage am Xiang-Fluss eine aufreibende Fluchtaktion, für uns ist es eine angenehme Fahrt in die Mittelgebirge westlich des Xiang-Flusses. Anfangs begleiten uns noch die für die Region so typischen Karstkegel, dann radeln wir über sanfte Mittelgebirgspässe und durch bambusbestandene romantische Flusstäler. Kurz vor Longsheng gönnen wir uns ein entspannendes Bad in heißen Quellen. Am Abend des 25. Tages erreichen wir die Kreisstadt Sanjiang. Nachdem wir drei Tages durch das Gebiet der Volksgruppen der Miao und der Zhuang geradelt sind, haben wir nun das Siedlungsgebiet der Dong erreicht. Ein Ruhetag in Sanjiang.

27. – 29. Tag: Durch das Land der Dong

Uns erwarten zwei spektakuläre Mittelgebirgsetappen durch das Land der Dong, die berühmt für ihre filligrane Holzarchitektur sind. Dazwischen legen wir einen Ruhetag in Zhaoxing ein, einem Museumsdorf, in dem die traditionelle Architektur noch gut zu sehen ist. Am Abend des 29. Tages erreichen wir die Kreisstadt Liping.

30. Tag: Ein Tag in Liping

Liping hat eine gut erhaltene Altstadt, die wir besichtigen. Auch die Rote Armee verbrachte hier mehrere Tage und beriet über die weitere militärische Strategie.

31. – 34. Tag: Durchs Hinterland

Die nächsten vier Tage führen durch eine Gegend, die kaum Touristen sieht, schon gar keine westlichen. Es geht weiterhin durch fruchtbare Mittelgebirgslandschaft, bis wir den Qingshui-Fluss erreichen, dem wir zwei Tage bis nach Jianhe folgen. Hier gönnen wir uns einen Ruhetag.

35. – 40. Tag: Wendepunkte des Langen Marsches

Die nächsten sechs Tage sind spektakulär. Allenthalben begegnen wir Spuren des Langen Marsches, sei es das Haus, in dem Mao seinen Geburtstag gefeiert hat, die allgegenwärtigen revolutionären Parolen, die die Rotarmisten an den Hauswänden hinterlassen haben, die Kirche, in der der Misionar Rudolph Bosshardt gefangengenommen wurde oder die Gedenkhalle für die Houchang-Konferenz, die den weiteren Verlauf des Langen Marsches maßgeblich beeinflusste. Kurz vor Zunyi überqueren wir den Wu-Fluss und haben damit die Stadt erreicht, die für den entscheidenden Wendepunkt auf dem Langen Marsch steht.

41. – 42. Tag: Zwei Tage in Zunyi

Wir lassen es ruhig angehen, besichtigen die Halle, in der die berühmte Zunyi-Konferenz stattfand und das angeschlossenen Museum. Hier, in Zunyi machte Mao Zedong den entscheidenden Schritt zurück an die Macht und stellte den bis dahin federführenden Komminterngesandten Otto Braun kalt. (die ganze Geschichte gibt’s vor Ort oder im Buch! ) Aber Zunyi hat weitaus mehr zu bieten als Revolutionsfolklore. Wir schlendern durch die Gassen, kosten die lokalen Spezialitäten und lassen für ein paar Stunden die Beine baumeln. Es warten noch einige anspruchsvolle Etappen auf uns!

43. – 46. Tag: Auf zum Chishui – dem „Roten“ Fluss

Die nächsten Tage sind nicht nur langschaftlich spektakulär, sondern waren auch für die Geschichte des Langen Marsch höchst bedeutsam. Viermal versuchte die Rote Armee im Frühjahr 1935, den Chishui zu überqueren, viermal scheiterten sie. Otto Braun nannte das eine „Zeit des aufreibenden und nutzlosen Herumirrens“. Wir irren allerdings nicht nutzlos herum, sondern radeln in drei Etappen zum Fluss, den wir kurz vor Tacheng erreichen, eine Kleinstadt mit einer gut erhaltenen und behutsam restaurierten hölzernen Altstadt. In Tacheng verbringen wir zwei Nächte und gönnen uns einen Ruhe- und Besichtigungstag.

47. –  53. Tag: Abstecher in die Provinz Yunnan

Zuerst am Chishui, dann am Gulin-Fluss entlang führt uns unsere Tour erst in die Provinz Sichuan, dann weiter nach Weixin und damit nach Yunnan. Weixin war Ort der wichtigen Zhaxi-Konferenz, an die heute noch eine Gedenkstätte erinnert. Wir gönnen uns einen Besichtigungs- und Ruhetag und radeln dann zurück zum Chishui. Hier thront die Festungsstadt Taiping über dem Fluss, und verführt uns mit ihrer spektakulären Altstadt zu einem zweitägigen Aufenthalt.

54. – 55. Tag: Am Schnapsfluss

Heute folgen wir dem spektakulären Fernradweg entlang des Chishui nach Maotai. Umso näher wir der berühmten Schnapsstadt kommen, desto gealtiger werden die Schnapsfabriken auf beiden Seiten des Chishui, der hier auch „Schnapsfluss“ genannt wird. In Maotai verbringen wir zwei Nächte und besichtigen unter anderem das Schnapsmuseum.

56. – 57. Tag: Wiedersehn mit Zunyi

Ein letztes Mal auf der Route des Langen Marsches radeln wir zurück nach Zunyi und entdecken allerlei skurile Gedenkstätten auf dem Weg.

58. Tag: Letzter Tag in Zunyi

Der heutige Tag steht zur freien Verfügung.

59. Tag: Abschied von China

Individuelle Abreise. Vielleicht sehen wir uns auf der zweiten Etappe im Frühjahr 2029?

Leistungen

Nicht enthalten

  • Internationale Flüge (gerne beraten wir Sie dazu)
  • Mahlzeiten
  • Eintrittspreise
  • Visa

     

    Diese Reise ist nur für mobile Reisende (ohne eingeschränkte Mobilität) geeignet.

    Letzte Rücktrittsmöglichkeit des Reiseveranstalters bei Nichterreichen der Mindestteilnehmerzahl: 21 Tage vor Reisebeginn.