Goldenes Dreieck – Radtour im Dreiländereck China, Laos und Thailand
Als ich zum ersten Mal in Laos war, gab es auf dieser Strecke nur einige wenige windschiefe Dörfer auf den Passhöhen, keine Elektrizität und die Kinder liefen nackt und dreckübersäht über die nicht-asphaltierte Straße. Die Hmong, die im Mittelgebirge zwischen Nateuil und Udomxai die Mehrheit der Bevölkerung stellen, lieferten sich einen blutigen Bürgerkrieg mit der Zentralregierung, unterstützt vom CIA. Seit mehr als zehn Jahren ist dieses traurige Geschehen Geschichte, viele Hmong leben inzwischen in den USA, schicken ihren zurückgebliebenen Verwandten Geld. Das sieht man den Dörfern heute an, reich ist hier keiner, aber die Häuser sind stabil und teilweise stattlich, die Kinder laufen uns gut gekleidet hinterher und Rufen „Hello, Bye Bye!“.
Aber von vorne:
Die Staubstrecke von vorgestern überbrücken wir mit dem Begleitfahrzeug. In Nateuil essen wir in der selben Nudelbude wie auf dem Hinweg, was den etwa vierjährigen Sohn der Familie sehr freut, er schießt nun nicht mehr mit dem Spielzeuggewehr auf uns, sondern bietet uns Süßigkeiten an. Es gibt wieder Pho, danach steigen wir entspannt auf die Räder, heute sind nur 27 Kilometer und kaum Höhenmeter angesagt. Entsprechend früh sind wir im Guesthouse, über das auf jeden Fall gesagt werden kann, dass es deutlich besser ist als das, in dem wir auf früheren Touren übernachtet haben. Was nicht viel heißt, aber es ist sauber und alle bis auf Ulrich kommen in den Genuß einer warmen Dusche. Bei Ulrich fehlen leider Schlauch und Duschkopf, ein bisschen Schwund ist immer! Abendessen gibt es einfach, aber lecker auf dem lokalen Markt.
Der folgende Tag bringt dann deutlich bessere Straßenverhältnisse, auch wenn die Asphaltdecke immer wieder auf kurzen Abschnitten durch Rumpelstücke mit Sand und Stein unterbrochen wird. Dafür gibt es Traumblicke auf das Nordlaotische Mittelgebirge und die Berge, die Laos – etwas hundert Kilometer Luftlinie entfernt – von Vietnam trennen. Auf der Passhöhe, die letzte auf unserer Tour, gibt es sogar eine Bäckerei mit Nobelbaristamaschine und Kaffeetraumkarte. Leider gibt es keinen Barista und auch der Bäcker ist noch nicht gefunden. Also schnacken wir mit Bananen, Drachefrucht, Mandarinen und Keksen und lassen dann nach Udomxai rollen. Nun ja, fast, den kurzen aber steilen Anstieg kurz vor der Stadt hätte es nicht gebraucht. Eine Schnapsbrennerei haben wir auch noch besucht und ganz vorsichtig genippt. Vor dreißig Jahren schrieb der Lonely Planet über Udomxai: „Jetzt abends auch mit Beleuchtung“. Heute ist Udomxai ein wichtiger Verkehrs- und Handelsknotenpunkt, der chinesische Einfluss ist nicht zu übersehen, wir übernachten in dem gleichen Gebäude, in dem ich 2023 bei der Erkundung schon geschlafen habe, jetzt kein zweckmäßiger Betonbau mehr, sondern ein schickes Boutiquehotel im laotischen Stil mit Holzfußboden und mächtig Platz, das Gepäck im Zimmer zu verstreuen. Im Erdgeschoß gibt es sogar eine Nobelbaristamaschine und Kaffeetraumkarte.
Den Rest könnt ihr euch denken!















