Erkundung Chinesische Seidenstraße
Eine weitere Etappe, bei der ich von der ARTE-Tour vor 20 Jahren keine gute Erinnerung habe. Doch von vorne: Damals wie heute geht es erst einmal Schuss bergab. So um die 1000 Höhenmeter, selbst bei Gegenwind rollt das gut. Und so ist es auch heute. Wechselnder Wind, ich komme aber gut voran. Rund herum Wüste, 50 Shades of Gray and Yellow. Schön ist nicht das Wort, aber unglaublich beeindruckend trifft es. Und in diese Mondlandschaft haben die Chinesen nicht nur eine Autobahn, eine Eisenbahn und eine Nationalstraße (auf der ich fahre) gefräst, sondern weitere tausend Windräder in die Wüste gestellt, Grüngürtel gegen die Verwüstung gepflanzt, und dann steht da tatsächlich ein Lastenfahrrad mit frischen Mangos am Wegensrand, und ich habe immer noch nicht herausgefunden, woher diese kommen. Xinjiang ist voller Mangos, frisch und billig, so weit importiert werden sie daher nicht sein. Ich bleibe dran, versprochen!
Vor zwanzig Jahren hielt mich ein übereifriger uigurischer Polizist 25 Kilometer vor Turfan auf, weiter dem direkten Weg zu folgen. Diesmal steht kein Uniformierter im Weg, aber eine Baustelle. Die Straße wird neu gebaut und soll bis Ende 2026 fertig sein (gute Nachrichten für die Seidenstraßenradler nächstes Jahr!). Für mich heißt das aber aktuell fast 1000 Höhenmeter und 25 Kilometer bergauf nach Daheyan, und dann wieder nach unten in die Turfansenke. Mit einem Biobike hätte ich aufgegeben, vor allen Dingen, weil mich auf der Bergaufstrecke auch noch starker Gegenwind begrüßt. So stelle ich den Motor auf höchste Unterstützung und freue mich, dass ich einen zweiten Akku dabei habe. Den wechsle ich auf der Passhöhe in Daheyan, hätte ihn aber wahrscheinlich gar nicht gebraucht, weil von hieran geht es Schuss bergab, und es wäre so entspannt gewesen, hätte nicht auf den letzten zehn Kilometern mein Vorderreifen schlapp gemacht. Aber: Dank dicker Reifen schaffe ich es auch ohne Pumpen und Flicken in die Unterkunft, die genauso entspannt ist, wie ich es erwartet habe. Aber davon morgen mehr!
Diese Erkundung bereitet die Tour MYTHOS SEIDENSTRASSE vor, die im Frühjahr 2027 stattfindet. Die Tour ist gesichert, von den zehn Plätzen für die Gesamttour sind bereits vier vergeben.













